Wikileaks
Wer sich in letzter Zeit mit der Diskussion um Internetsperren befasst hat, kam um Wikileaks wahrscheinlich nicht herum. Dennoch: Die meisten die ich danach frage, wissen nicht, was “Wikileaks” denn nun ist.
Deswegen hier nochmal eine kleine Info: Wikileaks ist ein Sammelbecken für sogenannte “geleakte Dokumente”. Ob das jetzt Spendenlisten von Parteien, Argumentationsführer derselben oder eben die Sperrlisten von Internetseiten aus Australien sind ist im Grunde egal.
Wikileaks selbst schreibt dazu:
Wikileaks is a multi-jurisdictional organization to protect internal dissidents, whistleblowers, journalists and bloggers who face legal or other threats related to publishing. Our primary interest is in exposing oppressive regimes in Asia, the former Soviet bloc, Sub-Saharan Africa and the Middle East, but we are of assistance to people of all nations who wish to reveal unethical behavior in their governments and corporations. We aim for maximum political impact. We have received over 1.2 million documents so far from dissident communities and anonymous sources. (via)
So, und warum erzähl ich jetzt was über Wikileaks?
- weil man solche Anlaufstellen auf jeden Fall unterstützen sollte. Denn Wikileaks bietet die Möglichkeit, anonym und sicher geleakte Dokumente online zu stellen, und stellt damit Otto-Normal-Verbraucher eine Plattform zur Verfügung um an die Öffentlichkeit zu gehen.
- weil mittlerweile langsam aber sicher auch unsere lieben (deutschen) klassischen Medien drauf kommen – noch zögerlich, und vielleicht auch eher nur als “Quellmaterial”, aber holla, da ist ja ein ganzer Artikel über Wikileaks in der Zeit!
Die beleuchtet auch die Kehrseite – was ist, wenn ein Dokument gefälscht ist? Das wird von Wikileaks überprüft, doch Wikileaks hat sich in die Kritik gebracht, als sie den gefälschten Aids-Test von Steve Jobs online stellten – obwohl bereits bekannt war, dass es ein gefälschtes Dokument war. Laut Zeit Online war das aber Absicht:
Die Betreiber sahen sich aber dennoch in der Informationspflicht, weil es auch in Börsenkreisen gezielt gestreut worden war, um den Aktienkurs des Unternehmens zu beschädigen. Deshalb war den Betreibern wichtig, das Dokument öffentlich als Fälschung zu outen. (via)
Um es auf den Punkt zu bringen: Wikileaks sollte so vielen Menschen wie möglich bekannt sein, um die Seite auch in Deutschland zu einem Werkzeug für mehr Transparenz zu machen. Wie mit den einzelnen Quellen umgegangen wird liegt dann in der Verantwortung der sogenannten 4. Gewalt: Journalisten müssen sich entscheiden, welche Dokumente sie weiter verfolgen und welcher “Spur” sie nachgehen. (mal schaun ob das hinhaut..)
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