Das Flattern um Flattr.
Ja ich weiß. Platter Titel. Aber so ist das doch im Moment, oder? Jeder bekommt ganz aufgeregtes Herzrasen wenn es um den neuesten Dienst geht, der sich mal wieder keinen zweiten Vokal leisten kann. (Jaja.) Davon gibt’s ja schon ein paar. Blippy ist übrigens auch eines der neuesten Hype-Dinger. (Hätte jetzt fast Blippr geschrieben. Aber das ist ja was anderes…) Hat auch was mit Geld zu tun. Aber jetzt mal langsam und von vorne.
Flattr ist ein Micropayment-Dienst. Aber nicht so ein normaler “wir müssen bei eBay mit PayPal bezahlen”-Dienst. Sondern eine tolle Idee (auf die man wirklich schon früher hätte kommen können) wie in Zeiten des “kostenlos-Web” gute Inhalte gewürdigt werden können. Der Name kommt entsprechend vom englischen “to flatter”, also so was wie schmeicheln.
Jetzt kann man also Podcasts, BlogPosts, Musik-Mixes, Videos oder whatever-you-want schmeicheln. Und das bringt dem Erzeuger dann auch noch was: Geld. Viel Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Der flattr-Nutzer kann nämlich festlegen, wie viel Geld er tatsächlich im Monat für die – eigentlich kostenlosen – Inhalte ausgeben will. Je nach dem wie oft er bei einem Angebot auf den Schmeichel-Button gedrückt hat, wird dieser Betrag dann aufgeteilt und an die Content-Ersteller verteilt. Ausführlich erklärt das flattr auch selbst:
Nun aber mal zum erwähnten “geflattere”, diesmal wieder im deutschen Sinn. Der neue Dienst ist in der letzten Zeit viel durch Twitter gegeistert, und hat unter anderem bei Meedia, Netzwertig und basicthinking zu Beiträgen geführt. Der Tenor:
Interessant, toll! DIE Lösung für die gebeutelte Verlagsbranche?! Warum ist da vorher noch keiner drauf gekommen? Aber da ist doch vorher schon jemand drauf gekommen! (Kachingle) Und ausserdem ist so ein Dienst auch schon wieder gestorben. (Tipjoy)
Also alles in allem wie immer: Überschwängliches Hochpushen (meedia), verhaltener Optimismus (basicthinking) und positiver Skeptizismus (netzwertig).
Flattr selbst (übrigens ist einer der Gründer Peter Sunde, ja, der von Pirate Bay…) freut sich natürlich über so viel Feedback:
We feel the love from all of you and we are psyched about all you people who want a system to help you pay for the things you love, even though you get them for free today. (da.)
Zusammenfassend kann man denke ich sagen, dass flattr einen guten Start hingelegt hat. Der Buzz ist gestartet, prominentes Gründungsmitglied inklusive, und schaden kann das schonmal nicht. Denn wie alle anderen “sozialen” Dienste wird auch flattrs Erfolg davon abhängen, wie viele Nutzer und Anbieter sie erreichen können.
Was den Konkurrenten kachingle angeht – geht mir persönlich nicht so gut von der Zunge, kommt ursprünglich aus den USA, und ich hab noch nichts davon gehört – ausser in Verbindung mit flattr. Leider ist die Seite im Moment offline, so dass ich mir nicht selbst ein Bild machen konnte.
Mit genügend Nutzern kann flattr sicherlich zum Erfolg werden – denn nicht nur ich, sondern auch viele andere sind bereit, für gute Inhalte zu bezahlen. Bleibt also abzuwarten wie sich flattr entwickelt. Und meine Haltung?
Optimistischer Skeptizismus.

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Das flattern um Flattr. said this on February 15th, 2010 at 5:31 pm
[...] bei Content-Produzenten zu bedanken könnte zukünftig einfacher werden. Das große Flattern um Flattr hat [...]
Flattr: Eine Perspektive für Paid Content? « Cookst du – Medien, Meinungen und… Kochrezepte! said this on February 19th, 2010 at 9:38 am